Was bedeutet es, wenn ein Lebewesen ein Zwitter ist?

In der Biologie bezeichnet der Begriff Zwitter Lebewesen, die sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane besitzen – also beides gleichzeitig produzieren können. Das ist vor allem bei vielen Pflanzen der Fall, wie etwa bei Weizen oder Erbsen. Auch einige Tiere, etwa bestimmte Schnecken oder Würmer, sind Zwitter. Das bedeutet aber nicht, dass sie ein „drittes Geschlecht“ darstellen.

Der Begriff „Geschlecht“ bezieht sich in der Biologie meist auf die Fortpflanzungsfunktion: Wer Eizellen produziert, gilt als weiblich, wer Spermien bildet, als männlich. Bei Zwittern sind beide Funktionen in einem Organismus vereint. Trotzdem bleiben die biologischen Kategorien klar: Es handelt sich nicht um ein zusätzliches oder übergeordnetes Geschlecht, sondern um eine Kombination der beiden bekannten Geschlechterfunktionen in einem einzigen Lebewesen.

Interessant ist, dass diese Fähigkeit in der Natur durchaus Vorteile bietet – vor allem dort, wo sich die Partnerfindung schwierig gestaltet, etwa bei ortsfesten Pflanzen oder seltenen Tierarten. Die eigene Fortpflanzung durch Selbstbestäubung oder -befruchtung zu sichern, erhöht die Überlebenschancen.

Dennoch: Auch wenn die Natur vielfältig ist und verschiedene Geschlechtsformen hervorgebracht hat, bleibt die grundlegende Unterscheidung zwischen männlich und weiblich entscheidend für die biologische Fortpflanzung. Zwitter sind deshalb keine Ausnahme von dieser Regel – sondern eine clevere Anpassung innerhalb ihres Rahmens.

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