Neuseeland verbietet Zigaretten für künftige Generationen
Neuseeland geht mit einem radikalen Schritt in die Geschichte der Tabakkontrolle: Wer am oder nach dem 1. Januar 2009 geboren wurde, darf im Land lebenslang keine Zigaretten kaufen. Das Parlament in Wellington hat Anfang Dezember 2022 ein beispielloses Tabakgesetz verabschiedet, das weltweit Aufmerksamkeit erregt.
Das Ziel ist ehrgeizig: eine „rauchfreie Generation“ heranziehen und bis 2025 die Raucherquote im Land massiv senken. Dazu wird nicht nur das Kaufalter effektiv auf unendlich gesetzt, sondern auch die Zahl der Verkaufsstellen für Tabakprodukte stark reduziert. Langfristig soll der normale Zugang zu Zigaretten fast vollständig verschwinden.
Dennoch gibt es Kritik. Experten warnen vor unerwünschten Folgen, insbesondere vor der Entstehung eines Schwarzmarkts für Zigaretten. Wenn junge Erwachsene legal keinen Zugang mehr haben, könnte die Nachfrage illegal wachsen – ein Risiko, das die Regierung schwer einschätzen kann. Außerdem befürchten manche, dass das Gesetz vor Gericht scheitern könnte oder von einer zukünftigen Regierung wieder kassiert wird.
Trotzdem gilt die Entscheidung als Meilenstein. Neuseeland zeigt damit, dass drastische Maßnahmen möglich sind, wenn die öffentliche Gesundheit im Fokus steht. Ob das Modell Schule macht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Bis dahin bleibt die Frage: Kann ein Verbot wirklich suchthafte Verhaltensweisen stoppen – oder verlagert es sie nur?
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