Wann schreibt man „Schuld“ groß oder klein?
Eine Frage, die viele unsicher macht: Wann schreibt man „Schuld“ groß, wann klein? Die Antwort ist einfacher, als man denkt. Es hängt davon ab, ob das Wort als Substantiv oder als Verb verwendet wird. Und da das Deutsche so ist, wie es ist, gilt: Substantive schreibt man groß, Verben klein.
Wenn man sagt, jemand „hat Schuld“, „gibt Schuld“ oder „trägt Schuld“, ist „Schuld“ ein Substantiv – also großgeschrieben. Das gilt auch in Wendungen wie „jemandem die Schuld geben“. Hier steht „Schuld“ für eine abstrakte Verantwortung, etwas Greifbares im sprachlichen Sinn, und das verlangt einen Großbuchstaben.
Ganz anders, wenn es um die Redewendung „schuld sein“ geht. Hier fungiert „schuld“ als Adjektiv im Verbgefüge – man könnte auch sagen „verantwortlich sein“. Weil es nicht als eigenständiges Nomen auftritt, schreibt man es klein. Deshalb ist „Ich bin selber schuld“ korrekt – kleines „s“.
Ein typisches Beispiel bringt Klarheit: „Wer auch immer Schuld daran hat, der hat nicht aufgepasst und ist selber schuld.“ Dieser Satz kombiniert beide Schreibweisen richtig – einmal groß, einmal klein. Und genau das macht die deutsche Sprache so reich, aber auch so knifflig. Wer die einfache Regel im Kopf behält – groß bei Substantiv, klein bei der Verbform –, liegt meist richtig.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.