Kurz gesagt
Das Wort „Schuld“ wird großgeschrieben, wenn es als Substantiv verwendet wird, etwa in „die Schuld tragen“. In der festen Wendung „schuld sein“ schreibt man es klein, da es hier die Funktion eines Adjektivs hat.
Das Wichtigste
- Substantive schreibt man im Deutschen immer groß: „die Schuld“.
- In „jemandem die Schuld geben“ steht das Wort groß.
- In „selber schuld sein“ ist es ein Adjektiv und wird klein geschrieben.
- Die Grammatikfunktion (Nomen vs. Adjektiv) entscheidet über die Schreibweise.
Die Schreibweise von „Schuld“ hängt davon ab, welche grammatische Funktion das Wort im Satz erfüllt. Wird es als Substantiv verwendet, schreibt man es groß. Tritt es als Bestandteil einer Prädikatsverbindung auf, bleibt es klein.
Substantiv: Großschreibung
Im Deutschen werden Nomen stets großgeschrieben. Das gilt auch für abstrakte Konzepte. Wenn „Schuld“ ein Objekt oder eine Eigenschaft bezeichnet, die man benennen kann, ist es ein Substantiv. Typische Beispiele sind „die Schuld annehmen“, „Schuld auf sich nehmen“ oder „die Schuld bei jemandem suchen“. Auch in der Wendung „jemandem die Schuld geben“ handelt es sich um ein Nomen, daher der Großbuchstabe. Hier wird die Verantwortung oder der Vorwurf als etwas Greifbares im sprachlichen Sinn behandelt.
Adjektiv: Kleinschreibung
Ganz anders verhält es sich bei der redewendigen Konstruktion „schuld sein“. In diesem Zusammenhang fungiert „schuld“ als Prädikativum, also als adjektivische Ergänzung zum Verb „sein“. Man könnte das Wort auch durch Synonyme wie „verantwortlich“ oder „tadelswert“ ersetzen, ohne dass die Grammatik bricht. Da es hier keine Substantivierung durch einen Artikel (der, die, das) oder eine Flexion gibt, schreibt man es klein. Sätze wie „Ich bin selbst schuld“ oder „Er ist schuld am Unfall“ folgen dieser Regel. Die Kombination aus Beidem ist im Deutschen möglich, etwa: „Wer die Schuld darauf hat, ist selbst schuld.“
Häufige Fragen
Warum ist „selber schuld“ klein?
Da „schuld“ hier als Adjektiv zu „sein“ steht und keine eigenständige Nomen-Funktion hat, wird es kleingeschrieben. Es beschreibt einen Zustand der Person.
Gilt die Regel auch für „unschuldig“?
Ja, „unschuldig“ ist ebenfalls ein Adjektiv und wird klein geschrieben, wenn es als Prädikativum verwendet wird, z. B. „Er wurde für unschuldig befunden“.
Wie schreibt man „Schuldfrage“?
Komposita wie „Schuldfrage“ oder „Schuldfrage“ werden großgeschrieben, da sie aus zwei Substantiven bestehen.
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