Wer ist der schwarze der drei Könige?

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige birgt bis heute einige Ungewissheiten – besonders, wenn es darum geht, wer von ihnen der dunkelhäutige ist. In vielen Darstellungen, besonders in Kirchen und Krippenspielen, wird oft Balthasar als der Schwarze dargestellt. Doch diese Zuordnung ist keineswegs einheitlich und hat sich erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelt.

Frühe Quellen über die Weisen aus dem Morgenland nennen weder ihre Namen noch ihre Herkunft im Detail. Erst im Mittelalter begann man, sie als Vertreter der drei bekannten Kontinente zu deuten: Europa, Asien und Afrika. In diesem Zusammenhang erhielt Balthasar zunehmend die Rolle des Königs aus Afrika – und damit das dunkle Gesicht.

Interessant ist jedoch:

In anderen Regionen wurde auch Caspar oder Melchior als der dunkelhäutige König bezeichnet. Die Bilder haben sich je nach Region und Zeit verändert. In alten Fresken aus dem 12. Jahrhundert etwa sieht Balthasar oft eher asiatisch aus, während spätere Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert ihn deutlich afrikanisch darstellen.

Am Dreikönigstag, dem 6. Januar, gedenken viele Christen in Deutschland der drei Könige. Mit Kreide geschriebene Segensformeln an Haustüren erinnern an Caspar, Melchior und Balthasar. Doch welcher der drei wirklich der Schwarze ist, bleibt – zumindest historisch – eine offene Frage. Klar ist jedoch: Ihre symbolische Bedeutung als Vertreter aller Völker der Erde verbindet bis heute Menschen unterschiedlichster Herkunft.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen