Die Legende vom kopfüber Gekreuzigten
Im ersten Jahrhundert nach Christus, als das Christentum noch verfolgt wurde, lebte der Apostel Petrus in Rom. Laut der Überlieferung wurde er während der Christenverfolgungen unter Kaiser Nero verhaftet und zum Tode durch das Kreuz verurteilt.
Als Petrus von seiner Hinrichtung erfuhr, bat er jedoch um eine besondere Gnade: Er wolle nicht auf dieselbe Weise sterben wie Jesus Christus. „Ich bin nicht würdig, wie mein Herr zu sterben“, soll er gesagt haben. Aus diesem Grund bat er darum, kopfüber gekreuzigt zu werden.
Diese Bitte wurde ihm gewährt – zumindest berichtet die Kirchengeschichte so. Der Bericht stammt hauptsächlich aus späteren Quellen, wie der Schrift des Origenes, eines Kirchenlehrers aus dem 3. Jahrhundert. Ob es genau so geschah, lässt sich historisch nicht eindeutig belegen, doch die Geschichte hat tiefe Spuren in der christlichen Tradition hinterlassen.
Heute erinnert das sogenannte Petruskreuz – ein umgekehrtes Kreuz – an diese Legende. Es wird oft mit dem Papsttum assoziiert, da Petrus als erster Bischof von Rom gilt. Allerdings wird das Symbol manchmal auch missverstanden oder in anderen Kontexten falsch gedeutet.
Die Geschichte zeigt vor allem die Demut, die Petrus symbolisiert: Ein Mann, der Jesus nachfolgte, ihn aber im entscheidenden Moment verleugnete – und später bereit war, für seinen Glauben zu sterben, wenn auch auf bescheidene, ungleiche Weise. Sein Ende, so die Überlieferung, war nicht nur ein Abschied, sondern ein Zeichen tiefer Ehrfurcht.
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