Die faszinierende Verwandtschaft zwischen Norwegisch und Schwedisch
Wer schon einmal durch Skandinavien gereist ist, hat sich vielleicht gefragt, wie gut sich die Nachbarn untereinander verstehen. Die Antwort ist verblüffend: Norwegisch und Schwedisch sind sich extrem ähnlich. Da beide Sprachen der nordgermanischen Sprachfamilie angehören, teilen sie einen Großteil ihres Wortschatzes und weisen eine fast identische Grammatik auf. In der Praxis bedeutet das, dass sich Norweger und Schweden im Alltag meist problemlos in ihrer jeweiligen Muttersprache miteinander unterhalten können.
Besonders die geschriebene Sprache weist enorme Parallelen auf. Beim Hören erfordert es für Anfänger zwar etwas Übung, da die Melodie und die Aussprache variieren, doch die gegenseitige Verständlichkeit ist im Vergleich zu anderen europäischen Sprachen einzigartig hoch. Oft wird Norwegisch sogar als eine perfekte Brücke zwischen Schwedisch und Dänisch beschrieben.
Völlig anders verhält es sich dagegen mit dem Nachbarn im Osten: Finnisch hat absolut nichts mit Norwegisch oder Schwedisch zu tun. Es gehört nicht einmal zur indogermanischen Sprachfamilie, sondern ist eine finnougrische Sprache. Das bedeutet, dass Finnisch mit fast keiner anderen europäischen Sprache – außer in entfernter Linie mit Estnisch und Ungarisch – verwandt ist. Ein Schwede oder Norweger versteht ohne jahrelanges Lernen kein einziges Wort Finnisch. Während Skandinavien sprachlich also eng zusammenrückt, bleibt Finnland ein faszinierender, eigenständiger Exot im Norden.
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