Der Umgang mit Sucht: Wie Angehörige wirklich helfen können

Wenn ein geliebter Mensch in eine Suchtspirale gerät, stehen Angehörige oft vor einer enormen Zerreißprobe. Der Wunsch zu helfen ist groß, doch gut gemeinte Unterstützung bewirkt manchmal das Gegenteil. Um dem Betroffenen wirklich eine Stütze zu sein, ist eine klare und ehrliche Kommunikation unerlässlich. Es erfordert Mut, aber Sie sollten deutlich und ohne Scheu kommunizieren, was Sie nicht mehr tun werden.

Dazu gehört vor allem, die Krankheit nicht länger vor anderen zu vertuschen, Ausreden zu erfinden oder mitzulügen. Wer die negativen Folgen des Konsums übernimmt – sei es durch das Bezahlen von Schulden oder das Entschuldigen beim Arbeitgeber –, nimmt dem Suchtkranken den notwendigen Leidensdruck, der oft der Impuls für eine Kehrtwende ist. Verweigern Sie materielle Unterstützung, die den Konsum aufrechterhält, und überlassen Sie dem Betroffenen die Verantwortung für sein Handeln.

Gleichzeitig darf dieser Schritt nicht als Liebesentzug missverstanden werden. Es geht um gesunde Abgrenzung, nicht um Imstichlassen. Sichern Sie dem Betroffenen konsequent Hilfe und emotionale Unterstützung zu, sobald er sich aktiv für den Weg der Veränderung entscheidet. Begleiten Sie ihn zu Beratungsstellen oder Therapien, wenn der Wille zur Besserung da ist. Wahre Hilfe bedeutet in diesem Fall, das System der Co-Abhängigkeit zu durchbrechen und den Weg für eine echte Genesung freizumachen.

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