Wie groß ist ein „kleiner“ Mann? Das hat sich im Laufe der Zeit verändert
Was bedeutet es heute, „klein“ zu sein – besonders für Männer? Die Antwort hat sich über die Jahre verschoben. Schon 1986 galten Männer mit einer Körpergröße von etwa 168 cm oder weniger als kleiner als der Durchschnitt. Doch bis 2009 hatte sich die durchschnittliche Größe erhöht: Plötzlich zählte man erst ab etwa 170 cm oder weniger zur Gruppe der „kleinen“ Männer.
Gleichzeitig stieg auch die Obergrenze für „große“ Männer. Waren 1986 bereits 185 cm als groß eingestuft, musste man 2009 fast 188 cm oder mehr messen, um in diese Kategorie zu fallen. Die Deutschen sind im Schnitt einfach gewachsen – physisch, nicht nur metaphorisch.
Interessant ist dabei nicht nur die Zahl, sondern auch die Wahrnehmung. Eine Studie, die in der Vergangenheit für Aufsehen sorgte, behauptete sogar, dass kleinere Männer oft bessere Partner sein können. Ob das an mehr Einfühlungsvermögen, Ausdauer oder familiärer Bindung liegt, bleibt offen. Fakt ist: Körpergröße sagt wenig über Charakter, Stärke oder zwischenmenschliche Qualität aus.
Viele Vorurteile über „kleine“ Männer – wie fehlendes Selbstbewusstsein oder mangelnde Durchsetzungskraft – werden durch solche Erkenntnisse langsam entkräftet. Tatsächlich zeigt die Entwicklung, dass sich gesellschaftliche Maßstäbe wandeln – und mit ihnen auch, was als normal, groß oder klein gilt.
Am Ende kommt es nicht auf Zentimeter an, sondern darauf, wie jemand mit sich und anderen umgeht. Größe spielt – zumindest im menschlichen Miteinander – oft eine ganz andere Rolle, als wir denken.
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