Wie groß war der Durchschnittsmensch um 1700?

Um das Jahr 1700 herum war der durchschnittliche Europäer erheblich kleiner als heute. Forschungen zufolge lag die Durchschnittsgröße bei etwa 167 Zentimetern. Diese Zahl markiert einen Tiefpunkt in der langen Entwicklung der Körpergröße in Europa – ein Wert, der vor allem im Vergleich zu früheren und späteren Epochen auffällt.

Interessanterweise waren die Menschen im Hochmittelalter, etwa im 12. Jahrhundert, oft sogar etwas größer als ihre Nachfahren zwei Jahrhunderte später. Die durchschnittliche Körpergröße nahm dann über die Jahrhunderte hinweg langsam ab und erreichte ihren niedrigsten Stand im 17. und frühen 18. Jahrhundert. Dieser Rückgang hängt vermutlich mit wirtschaftlichen, klimatischen und gesundheitlichen Bedingungen zusammen.

Die Zeit um 1700 war geprägt von schlechten Ernten, kaltem Klima – man spricht vom „Kleinen Eiszeitalter“ – und begrenztem Zugang zu ausgewogenen Nahrungsmitteln. Vor allem die unteren Bevölkerungsschichten litten unter Mangelernährung, was sich direkt auf das Wachstum auswirkte. Medizinisch gesehen spielten auch häufige Infektionskrankheiten und hohe Kindersterblichkeit eine Rolle bei der allgemeinen Körperentwicklung.

Erst im 19. Jahrhundert begann die durchschnittliche Größe wieder deutlich zuzunehmen – getragen durch bessere Ernährung, hygienische Verbesserungen und wachsenden Wohlstand. Doch um 1700 war 167 cm nicht nur durchschnittlich, sondern ein Spiegel der harten Lebensrealität vieler Menschen in dieser Zeit.

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