Das Gelassenheitsgebet – mehr als nur ein Zitat

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, beides zu unterscheiden.“ Dieser Satz ist vielen ein Begriff – doch nur wenige wissen, woher er wirklich stammt. Oft wird er mit dem schwäbischen Theologen Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782) in Verbindung gebracht. Die Württembergische Landesbibliothek weist darauf hin, dass dieser Zusammenhang nicht gesichert ist. Dennoch wird das Gebet bis heute als „Oetinger-Gebet“ bezeichnet.

Die Worte selbst berühren, weil sie einfach und tief zugleich sind. Sie sprechen von innerem Frieden, von Akzeptanz und Handlungskraft – Themen, die Menschen in jeder Zeit bewegen. Über Jahrzehnte fand der Spruch besonders in Selbsthilfegruppen und spirituellen Kreisen Verbreitung, sowohl in Deutschland als auch in den USA.

Ob Oetinger das Gebet wirklich schrieb, ist fraglich. Ähnliche Gedanken finden sich bereits in der antiken Philosophie, etwa bei den Stoikern. Dennoch hat die aktuelle Fassung ihre Kraft aus der Klarheit und dem Trost, den sie spendet. In unruhigen Zeiten oder persönlichen Krisen wird dieser Satz oft zum Anker.

Heute ist das „Gelassenheitsgebet“ weit mehr als ein kirchlicher Leitspruch. Es ist ein kulturelles Symbol für Besonnenheit und Lebensweisheit geworden – und beweist damit, wie stark kurze Worte das Herz berühren können.

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