Was ist Ikonophobie?
Die Angst vor Fotos oder Bildern hat einen speziellen Namen: Ikonophobie. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen – „eikṓn“ bedeutet „Bild“ und „phóbos“ steht für „Furcht“. Ikonophobie beschreibt also die Angst vor Darstellungen, insbesondere vor Bildern von Menschen oder religiösen Ikonen.
Interessant ist, dass diese Furcht nicht immer psychologischer Natur ist. In einigen religiösen Traditionen wird die Herstellung und Nutzung von Bildern abgelehnt, aus der Sorge heraus, sie könnten zur Anbetung führen. So lehnen bestimmte Strömungen im Islam, aber auch einige christliche oder jüdische Gemeinschaften die Verwendung von Abbildungen ab. In diesen Fällen handelt es sich weniger um eine individuelle Phobie im medizinischen Sinn, sondern um eine religiös begründete Haltung.
Doch bei manchen Menschen kann die Abneigung gegen Fotos auch tiefer liegen – etwa aus Scham, Unsicherheit oder der Angst, festgehalten zu werden. Manche fühlen sich unwohl, wenn ihre Miene, ihr Aussehen oder ihre Haltung „eingefangen“ wird. In seltenen Fällen kann das zu einer regelrechten Vermeidung von Fotosituationen führen.
Ob aus Glaube oder aus innerer Befindlichkeit – die Ablehnung von Bildern ist älter, als viele denken. Schon im Mittelalter entbrannten Streitigkeiten um Ikonen in der Kirche, die bis heute nachwirken. Ikonophobie zeigt, wie stark Bilder berühren – oder eben auch ängstigen können.
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