Was ist aus dem Diplom-Ingenieur geworden?

Früher war der Titel „Diplom-Ingenieur (FH)“ eine feste Größe im deutschen Bildungssystem – ein Zeichen für eine fundierte, praxisnahe Ausbildung an einer Hochschule. Heute sieht die Realität jedoch anders aus. Aufgrund der Bologna-Reform, die europaweit die Hochschulabschlüsse vereinheitlichen soll, wurde der klassische Diplomabschluss weitgehend abgeschafft.

Statt „Dipl. Ing. (FH)“ schließen Studierende technischer Fächer heute meist mit einem Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science ab. Diese Abschlüsse sind in der Regel kürzer als das frühere Diplom, oft nach sieben Semestern erreicht und stärker modular aufgebaut. Sie sollen den Studierenden einen schnelleren Zugang zum Beruf ermöglichen.

Einige Hochschulen bieten nach wie vor spezielle Diplomstudiengänge an, vor allem in bestimmten Bundesländern oder bei berufsbegleitenden Formen – diese sind aber die Ausnahme. In den meisten Fällen ist der Bachelor der neue Standard. Wer danach weitermacht, kann mit einem Master of Science oder Master of Engineering seinen Abschluss vertiefen und damit ein Niveau erreichen, das dem alten Diplom in vielen Bereichen gleichwertig ist.

Trotz der Umstellung bleibt die Anerkennung des Ingenieurberufs hoch. Auch mit einem Bachelor-Abschluss gilt man als ausgebildeter Ingenieur, besonders wenn man später die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ gesetzlich schützen lässt. Die Zeiten haben sich geändert – der Wert einer technischen Ausbildung bleibt.

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