Der Zöllner, der zum Jünger wurde
Matthäus, wie er später bekannt wurde, trug ursprünglich den Namen Levi. Er war Zöllner in Kapharnaum am Ufer des Sees Genezareth – ein Beruf, der damals wenig Ansehen genoss. Zöllner galten als Kollaborateure mit den römischen Besatzern und wurden oft des Betrugs bezichtigt. Levi lebte also am Rande der Gesellschaft, bis an einem gewöhnlichen Tag etwas geschah, das sein Leben für immer veränderte.
Jesus sah ihn beim Zöllen sitzen und sprach einfach: „Folge mir nach!“ Diese wenigen Worte reichten. Ohne zu zögern, stand Levi auf, ließ sein Zollhaus zurück und folgte Jesus. Es war ein Moment tiefen Wandels – aus dem Steuereintreiber wurde ein Jünger, ein Berichterstatter des Evangeliums. Später nannte man ihn Matthäus, was „Geschenk Gottes“ bedeutet – ein Name, der seine neue Berufung trefflich beschreibt.
Sein Evangelium, das erste der vier, richtet sich besonders an jüdische Christen und zeigt, wie Jesus die Hoffnungen Israels erfüllt. Dass ausgerechnet ein Zöllner – einst verhasst und verachtet – zum Verfasser eines Evangeliums wurde, zeigt: Bei Jesus war Platz für alle, besonders für die, die sich verloren glaubten.
Heute wird Matthäus am 21. September im kirchlichen Kalender gedacht – als Apostel und Evangelist, der die Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes in die Welt trug.
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