Wie weiter mit den Zinsen? Experten sehen vorerst keine weiteren Erhöhungen
Seit Juli 2022 hat die Europäische Zentralbank (EZB) den wichtigsten Leitzins schrittweise erhöht – von 0,00 % auf inzwischen 4,50 % (Stand: 21.03.2024). Diese Maßnahmen waren eine direkte Reaktion auf die hohen Inflationsraten, die in vielen europäischen Ländern über mehrere Jahre deutlich über der Marke von 2 % lagen. Mit höheren Zinsen wird Kreditvergabe teurer, was die Nachfrage dämpft und langfristig zur Stabilisierung der Preise beitragen soll.
Die Frage, wie viel höher die Zinsen noch steigen könnten, beschäftigt viele Sparer, Kreditnehmer und Anleger. Laut Expertenprognosen von INFINA deuten aktuelle wirtschaftliche Daten jedoch darauf hin, dass die Phase der Zinserhöhungen vorerst vorbei sein könnte. Die Inflation zeigt erste Anzeichen einer Entspannung, besonders in Deutschland und Österreich, was die EZB etwas mehr Handlungsspielraum gibt.
Trotzdem bleibt die Lage fragil. Sollten Energiepreise erneut stark anziehen oder Lohndruck in bestimmten Branchen weiter zunehmen, könnte die EZB gezwungen sein, noch einmal nachzusteuern. Doch aktuell gehen viele Ökonomen davon aus, dass der Leitzins mindestens bis Ende 2024 stabil bei 4,50 % bleiben wird.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer einen neuen Kredit plant, sollte sich auf weiterhin hohe Finanzierungskosten einstellen. Gleichzeitig lohnen sich Tagesgeldkonten und Festgeld wieder stärker – eine Erholung, von der viele nach Jahren von Negativzinsen profitieren.
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