Wie wirksam ist EMDR bei komplexer PTSD?
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) hat sich in den letzten Jahren als eine der wirksamsten Therapien bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) etabliert – besonders auch bei komplexen Formen. Zahlreiche Studien belegen, dass viele Betroffene bereits nach relativ kurzer Behandlungsdauer deutliche Besserungen erfahren.
So zeigte eine Studie, dass 100 Prozent der Menschen, die ein einzelnes Trauma erlitten hatten, nach nur sechs 50-minütigen Sitzungen keine PTBS mehr aufwiesen. Bei Menschen mit mehreren traumatischen Erlebnissen – einer Gruppe, die oft unter sogenannter komplexer PTBS leidet – war die Erfolgsquote ebenfalls beeindruckend: 77 Prozent waren nach demselben Behandlungszeitraum nicht mehr therapiebedürftig.
Auch bei besonders schweren Fällen, wie bei Kriegsveteranen, zeigt EMDR nachhaltige Wirkung. Eine weitere Untersuchung ergab, dass 77 Prozent der ehemaligen Soldaten nach zwölf Sitzungen frei von PTBS waren. Diese Zahlen unterstreichen, dass EMDR nicht nur bei einfachen, sondern auch bei langjährigen und vielschichtigen Traumata helfen kann.
Die Methode arbeitet dabei nicht mit klassischer Gesprächstherapie, sondern nutzt bilaterale Stimulation – etwa durch gezielte Augenbewegungen –, um belastende Erinnerungen im Gehirn neu zu verarbeiten. Viele Patienten berichten von einer spürbaren Entlastung bereits nach wenigen Wochen.
Obwohl nicht jede*r zu 100 Prozent beschwerdefrei wird, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass EMDR eine der vielversprechendsten und schnellsten Behandlungsformen bei PTBS ist. Immer mehr Therapeuten setzen es daher in ihrer Praxis gezielt ein – mit nachweisbarem Erfolg.
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