Finanzierung eines Hauses ohne Eigenkapital: Ist 300.000 Euro noch tragbar?

Der Traum vom Eigenheim wird immer teurer. Wer heute ein Haus für 300.000 Euro kaufen möchte, steht vor der Frage: Wie viel Zinsen muss ich zahlen, wenn ich kein Eigenkapital habe? Laut Angaben der ING vom 22.09.2022 liegt der Zinssatz bei einer 100-prozentigen Finanzierung bei 3,63 Prozent. Das bedeutet: Der Kreditnehmer finanziert den gesamten Kaufpreis über die Bank – ohne eigene Einsparungen einzubringen.

Ein solcher Zinssatz mag auf den ersten Blick nicht hoch erscheinen, doch bei einer langfristigen Baufinanzierung schlägt sich das deutlich in der Gesamtbelastung nieder. Bei 300.000 Euro Kreditsumme und einer typischen Laufzeit von 20 bis 30 Jahren summieren sich die Zinszahlungen auf Zehntausende Euro. Ohne Eigenkapital zahlt man nicht nur höhere Zinsen, sondern verzichtet auch auf bessere Konditionen, die Banken oft für risikoärmere Kreditnehmer anbieten.

Ein weiterer Nachteil: Wer komplett fremdfinanziert, hat am Anfang seines Eigenheimbesitzes keinen nennenswerten Wertanteil am Haus. Erst durch die Tilgung baut er langsam Eigentum auf. Das kann bei sinkenden Immobilienpreisen oder unvorhergesehenen Lebensumwänden riskant werden.

Trotzdem entscheiden sich viele Käufer für diese Variante – vor allem in Zeiten niedriger Verfügbarkeit von Eigenkapital und steigender Immobilienpreise. Wichtig ist, die langfristigen Konsequenzen zu verstehen und sich bewusst zu machen, dass ein geringerer Zinssatz oft mit einer Mindesteigenkapitalquote von 10 bis 20 Prozent einhergeht.

Wer heute ohne Eigenkapital baut, sollte daher nicht nur die Zahlen prüfen, sondern auch die eigene finanzielle Stabilität im Blick behalten – für einen sicheren Start ins Eigenheimleben.

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