Wie lange lebten Menschen früher wirklich?

Die Lebenserwartung in der Vergangenheit war deutlich niedriger als heute – das zeigt ein Blick in die Geschichte der Menschheit. Vor etwa 100.000 Jahren, zur Zeit der frühen modernen Menschen und der Neandertaler, betrug die durchschnittliche Lebenserwartung gerade einmal 35 Jahre. Das klingt sehr kurz im Vergleich zu heute, wo in vielen Ländern ein Alter von 80 Jahren und mehr keine Seltenheit ist.

Doch Vorsicht: Diese Zahl täuscht leicht. Die niedrige Durchschnitts-Langlebigkeit resultiert nicht nur aus hohen Alterszahlen, sondern vor allem aus der hohen Kindersterblichkeit in der Frühzeit. Viele Säuglinge und Kinder starben an Krankheiten, Unterernährung oder Verletzungen, was den Mittelwert stark nach unten zog. Wer es jedoch bis ins Erwachsenenalter schaffte, hatte durchaus Chancen, deutlich älter zu werden – manche sogar bis ins sechste oder siebte Lebensjahrzehnt.

Im Laufe der Jahrtausende änderte sich die Lebenserwartung nur langsam. Erst mit dem Aufkommen von Medizin, besseren Hygienebedingungen und sichererer Ernährung in den letzten 200 Jahren stieg die durchschnittliche Lebensdauer rapide an. In der Antike lebten Menschen im Schnitt etwas länger als in der Steinzeit, doch oft blieb die Lebenserwartung unter 40 Jahren. Erst im 19. und besonders im 20. Jahrhundert begann ein starker Anstieg – getragen durch Impfungen, Antibiotika und medizinische Fortschritte.

Heute fragen wir uns oft, wie lange der Mensch überhaupt leben kann – doch die eigentliche Geschichte der Langlebigkeit beginnt mit einer viel älteren Frage: Wie haben unsere Vorfahren es überhaupt geschafft, trotz widrigster Bedingungen zu überleben?

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