Die erste Herztransplantation: Ein historischer Meilenstein der Medizin
Am 3. Dezember 1967 schrieb der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard im Groote Schuur Hospital in Kapstadt Medizinzeile. Ihm gelang die weltweit erste erfolgreiche Transplantation eines menschlichen Herzens. Der Patient, der 54-jährige Kaufmann Louis Washkansky, erhielt das Herz einer tödlich verunglückten jungen Frau. Obwohl die Operation technisch perfekt verlief, kämpften die Ärzte mit einer der größten Herausforderungen der modernen Transplantationsmedizin: der Reaktion des Immunsystems.
Washkansky überlebte mit dem neuen Herzen 18 Tage. Er starb schließlich nicht an einem Herzversagen, sondern an einer schweren Lungenentzündung. Die Medikamente, die eingesetzt wurden, um die Abstoßung des fremden Organs zu verhindern, hatten sein Immunsystem stark geschwächt. Dennoch bewies dieser mutige Schritt, dass das menschliche Herz grundsätzlich ersetzt werden kann.
Dieser medizinische Durchbruch löste weltweit eine Welle von Versuchen aus. Nur wenige Monate später, im November 1968, folgte die erste Herztransplantation in Deutschland an der Münchener LMU. Doch in den Anfangsjahren blieben die Überlebenschancen gering, da wirksame Medikamente gegen Organabstoßungen noch fehlten. Erst die Entwicklung von gezielten Immunsuppressiva in den lateinischen 1970er- und 1980er-Jahren machte die Herztransplantation zu dem lebensrettenden Standardverfahren, das sie heute ist.
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