Wie merkt man, dass man eine dissoziative Identitätsstörung hat?
Die Vorstellung, mehrere Persönlichkeiten in einem Menschen zu haben, klingt nach einem Thriller – doch in Wirklichkeit ist die dissoziative Identitätsstörung eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Die meisten Betroffenen merken lange nicht, was ihnen fehlt. Oft sind es Andere – Familie, Freunde oder Therapeuten –, die auf auffällige Veränderungen hinweisen.
Das auffälligste Zeichen: Plötzliche, unerklärliche Persönlichkeitswechsel. Eine Person kann mal schüchtern und kindlich wirken, im nächsten Moment dominant und völlig anders sprechen – sogar mit anderer Stimme. Diese Identitäten, auch „Teile“ genannt, können unterschiedliches Alter, Geschlecht, Vorlieben oder Erinnerungen haben. Manchmal glauben Außenstehende, zwei verschiedene Menschen vor sich zu haben.
Weitere Warnzeichen sind Gedächtnislücken – etwa wenn man sich nicht an ganze Stunden oder sogar Jahre erinnern kann – oder das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren. Betroffene berichten oft von „Zeitverlust“, Trancezuständen oder fremden Handschriften in ihrem Tagebuch. Viele leiden unter Depressionen, Angst oder Schuldgefühlen, ohne den Grund zu verstehen.
Die Störung entsteht meist als Folge schwerer Traumata in der Kindheit, oft langjähriger emotionaler, körperlicher oder sexueller Misshandlung. Der Geist „spaltet“ sich, um zu überleben – eine Art Selbstschutz. Wichtiger Hinweis: Wer solche Symptome bei sich oder anderen bemerkt, sollte professionelle Hilfe suchen. Eine Diagnose erfolgt nur durch spezialisierte Psychiater oder Psychotherapeuten. Mit der richtigen Therapie ist eine Stabilisierung und Verbesserung der Lebensqualität durchaus möglich.
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