Manterrupting: Wenn Männer Frauen nicht ausreden lassen
Fast jede Frau kennt das Situation: Sie will gerade etwas sagen, bringt den ersten Satz heraus – und schon fällt ein Mann ihr ins Wort. Manterrupting nennt sich dieses Phänomen, eine Mischung aus „man“ und „interruption“. Es beschreibt das gehäufte Unterbrechen von Frauen durch Männer, besonders in Meetings, Gesprächen oder Debatten.
Das ist mehr als nur unhöflich. Hinter Manterrupting steckt oft eine unterschwellige Machtdynamik: Wer das Wort behält, behält auch die Kontrolle. Frauen werden so systematisch vom Gespräch ausgeschlossen, ihre Meinung bleibt ungehört. Besonders im Beruf kann das frustrierend sein – ihre Ideen werden übersehen, während dieselben Aussagen von Männern später beklatscht werden.
Studien zeigen: Männer unterbrechen deutlich häufiger als Frauen – und zwar vor allem Frauen, nicht ihre männlichen Kollegen. Das schafft ein Klima, in dem Frauen sich zurückhalten, aus Angst, erneut unterbrochen zu werden. Langfristig wirkt sich das auf Karrieremöglichkeiten aus.
Was tun gegen Manterrupting? Es hilft, klare Grenzen zu setzen – ruhig, aber bestimmt sagen: „Ich bin noch nicht fertig.“ Auch Kolleginnen und Kollegen können unterstützen, indem sie das Gespräch zurückgeben: „Lass sie bitte erst mal ausreden.“ Führungskräfte sollten darauf achten, wer wie viel spricht, und Raum für alle Stimmen schaffen.
Respektvolle Kommunikation beginnt damit, zuzuhören. Und das bedeutet: andere einfach mal aussprechen zu lassen – egal, wer sie sind.
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