Wenn der Arztbesuch zur Sucht wird
Für die meisten Menschen ist der Gang zum Arzt ein notwendiges Übel. Doch es gibt Personen, für die Praxisräume und Warteräume eine fast magische Anziehungskraft besitzen. Wenn Betroffene ständig von einer Praxis zur nächsten wandern, spricht man in Fachkreisen vom sogenannten Doctor-Hopping. Dieses Phänomen geht weit über die normale Sorge um die eigene Gesundheit hinaus. In extremen Fällen nimmt das Verhalten bizarre Züge an – so wurde bereits von Patienten berichtet, die sogar im Warteraum eines Krankenhauses übernachteten, nur um in der Nähe medizinischer Hilfe zu sein.
Hinter diesem extremen Verhalten steckt oft eine tiefere psychische Belastung: die Hypochondrie. Als Hypochonder werden Menschen eingestuft, deren ausgeprägte Krankheitsängste länger als sechs Monate andauern. Diese ständige Angst, an einer schweren, unentdeckten Krankheit zu leiden, schränkt die Lebensqualität der Betroffenen und ihres Umfelds massiv ein. Jeder noch so kleine körperliche Impuls wird als Bedrohung wahrgenommen, und die kurzzeitige Erleichterung nach einer Entwarnung durch den Arzt verfliegt schnell wieder.
Für die Betroffenen ist der Arztbesuch oft wie eine Droge, die kurzfristig die Angst nimmt. Langfristig hilft jedoch meist nur eine gezielte Psychotherapie, um den Teufelskreis aus Angst und Kontrollverhalten zu durchbrechen.
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