Was bedeutet „Heulen“ im übertragenen Sinne?
Wenn jemand besonders laut und heftig weint, spricht man im Deutschen oft vom Heulen. Dieser Ausdruck ist lautmalend – er imitiert den Klang, den ein weinender Mensch von sich gibt, ähnlich wie ein Tier in der Nacht. Umgangssprachlich wird jemand, der schnell in Tränen ausbricht, manchmal auch als Heulsuse bezeichnet – ein etwas spöttischer, aber nicht immer unfreundlicher Begriff.
Das Wort „heulen“ stammt ursprünglich von tierischen Lauten ab, besonders vom Jaulen oder Schreien von Wölfen oder Hunden. Doch im Alltag übertragen wir es gerne auf Menschen, vor allem wenn das Weinen unkontrolliert oder sehr emotional klingt. Ein Kind, das nach einem Sturz laut aufschreit, „heult“ – ebenso ein Erwachsener, der unter großer emotionaler Belastung steht.
Interessant ist, dass „heulen“ auch für Naturphänomene verwendet wird. So sagt man etwa: „Der Wind heult ums Haus.“ Auch hier geht es um einen lauten, durchdringenden Ton – ob von Mensch, Tier oder Wetter. Die Sprache verbindet auf diese Weise starke Emotionen mit starken Geräuschen.
Es ist also kein Zufall, dass „Heulen“ sowohl Tränen als auch Stürme beschreibt: Beides hat mit Intensität zu tun. Ob aus Kummer, Wut oder Schmerz – wer heult, macht seine Gefühle unüberhörbar. Und manchmal braucht es genau das.
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