Wegwerfen? Nicht bei Roadkill!

Überfahrene Tiere am Straßenrand – für die meisten ein trauriger Anblick. Doch für eine wachsende Zahl von Menschen wird daraus etwas ganz anderes: ein Abendessen. Der englische Begriff „Roadkill“ beschreibt genau das – Tiere, die auf Straßen getötet wurden. Doch statt sie liegen zu lassen, sieht man in manchen Kreisen darin eine echte Nahrungsquelle.

In Ländern wie den USA oder auch in Teilen Europas gibt es bereits kleine, aber feste Gemeinschaften, die gezielt nach frischem Wildschaden suchen – etwa Rehe, Hasen oder Fasane – und es anschließend küchenfertig verarbeiten. Warum? Weil es nachhaltig ist, weil das Fleisch oft frei von Antibiotika und Massentierhaltung ist – und weil es schmeckt.

„Man muss natürlich vorsichtig sein“, sagt ein erfahrener Sammler aus Schottland. „Das Tier muss frisch sein, unversehrt und richtig zubereitet werden.“ In vielen Regionen ist das Sammeln von Wildunfällen zwar erlaubt, aber strengen Regeln unterworfen – oft braucht man eine Genehmigung oder muss den Fund melden.

Doch nicht nur aus ökologischen Gründen wächst das Interesse. Manche sehen darin auch eine Rückbesinnung auf alte Traditionen, als nichts weggeworfen wurde und man Respekt vor dem Tier hatte. „Wenn ein Tier stirbt, sollte es nicht umsonst gewesen sein“, so eine Köchin aus Wales, die regelmäßig Reh von der Straße in ihre Küche holt.

Ob diese Praxis Mainstream wird? Unwahrscheinlich. Doch für viele bleibt „von der Straße auf den Teller“ ein Statement gegen Verschwendung – und für bewussten Genuss.

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