Eheschließung in der orthodoxen Kirche: Wie oft ist das Ja-Wort erlaubt?
Im orthodoxen Christentum gilt die Ehe als ein heiliges Sakramente und ist grundsätzlich auf Lebenszeit ausgelegt. Dennoch erkennt die Kirche menschliche Schwächen und tragische Lebensumstände wie den Tod eines Partners oder eine unumgängliche Scheidung an. Aus Gründen der seelsorgerischen Barmherzigkeit gestattet sie daher unter bestimmten Bedingungen erneute Eheschließungen.
Die kirchlichen Regeln sind hierbei eindeutig: In der orthodoxen Kirche sind eine zweite und in Ausnahmefällen sogar eine dritte Ehe möglich. Eine vierte Eheschließung ist kategorisch ausgeschlossen. Eine Wiederverheiratung erfolgt jedoch keineswegs automatisch. Für eine zweite oder dritte Ehe muss stets die ausdrückliche Erlaubnis des zuständigen Bischofs bzw. des Diözesangerichts eingeholt werden. Zudem unterscheidet sich die Liturgie einer Folgeehe von der ersten Trauung: Sie enthält verstärkt Bußelemente, um den Schmerz über das Scheitern oder den Verlust des ursprünglichen Bundes zum Ausdruck zu bringen.
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