Wie oft ist nächtliches Wasserlassen normal?

Ein- oder zweimal pro Nacht zur Toilette zu gehen, ist völlig normal – besonders ab dem mittleren Alter. Viele Menschen fragen sich, ob es gesund ist, nachts aufstehen zu müssen, um zu pinkeln. Die Antwort lautet: Ja, solange es nicht mehr als zweimal pro Nacht ist und keine starken Beschwerden damit verbunden sind.

Die Fähigkeit der Blase, Urin zu speichern, verändert sich mit den Jahren. Bei jüngeren Erwachsenen kann die Blase bis zu einem halben Liter halten. Doch mit zunehmendem Alter verliert der Blasenmuskel an Elastizität, sodass die Füllmenge abnimmt – oft auf etwa die Hälfte. Deshalb müssen viele Menschen nachts häufiger aufs Klo.

Auch das Trinkverhalten tagsüber spielt eine Rolle. Wer abends viel Flüssigkeit zu sich nimmt – besonders Kaffee oder Alkohol –, wird eher nachts wach, um zu urinieren. Doch nicht immer ist das Alter oder die Flüssigkeitszufuhr schuld. Manchmal können auch Erkrankungen wie eine überaktive Blase, eine Prostatavergrößerung oder Diabetes eine Rolle spielen.

Wenn du mehr als zwei Mal pro Nacht aufstehen musst, könnte das auf eine Nykturie hindeuten – eine klinische Bezeichnung für übermäßiges nächtliches Wasserlassen. Dann lohnt es sich, mit dem Arzt zu sprechen. Einfache Maßnahmen wie Trinkzeitumstellung oder die Behandlung einer zugrundeliegenden Erkrankung können hier helfen.

Also: Einmal, manchmal zweimal – kein Grund zur Sorge. Aber wenn’s öfter vorkommt, sollte man besser genauer hinschauen.

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