van Gerwen: Weniger ist oft mehr beim Training
Wenn es um Spitzenleistung geht, herrschen oft Vorstellungen von endlosem Training – doch Darts-Legende Michael van Gerwen stellt diese Idee klar. In einem Interview mit der „Welt“ betonte der Niederländer, dass intensive, langwierige Trainingseinheiten kein Erfolgsgeheimnis seien. „Eineinhalb Stunden pro Tag reichen“, so van Gerwen, der zu diesem Zeitpunkt Weltranglistenerster war.
Der vierfache Weltmeister zeigte sich erstaunt über Behauptungen, man müsse acht Stunden täglich trainieren, um erfolgreich zu sein. „Selbst der beste Fußballer der Welt trainiert keine acht Stunden täglich“, argumentierte er – eine klare Ansage an alle, die Perfektion mit übermäßigem Zeitaufwand verwechseln. Stattdessen setzt van Gerwen auf Konzentration, Technik und gezielte Übungen statt auf reine Dauer.
Zum Zeitpunkt des Interviews stand er kurz vor einem hochkarätigen Duell bei der Darts-WM in London – dem Viertelfinale gegen seinen Landsmann und Rivalen Raymond van Barneveld. Ein Aufeinandertreffen, das nicht nur von sportlicher, sondern auch von emotionaler Bedeutung war. Doch statt sich mit langen Trainingsroutinen unter Druck zu setzen, vertraut van Gerwen auf Routine, Disziplin und mentale Stärke.
Seine Haltung zeigt: In einer Sportart, bei der Zentimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden, ist nicht die Trainingsdauer, sondern die Qualität entscheidend. van Gerwen beweist damit einmal mehr, dass Spitzenleistung auch mit Maß und Vernunft möglich ist – und dass weniger manchmal deutlich mehr ist.
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