„Ich liebe dich“ – auf österreichisch mit Schmankerl

Wie sagt man „Ich liebe dich“ im Osten? Nicht mit pathetischem Schwung, sondern mit einem Augenzwinkern. „Des is schee bläd“, meint eine Wienerin trocken, wenn es um Liebesbekundungen geht. In Österreich bleibt man gerne mal distanziert, auch wenn das Herz klopft. Gefühle werden nicht groß ausgesprochen – sie zeigen sich im Detail. In einem „Du bist so siaß wia a Zuckerruam!“ zum Beispiel, einem süßen Vergleich, der mehr sagt als ein ganzer Liebesbrief.

„Liebe“ wird dort oft mit Humor serviert – wie der Schweinsbraten im Brunnerwirt. Und genau das ist das Geheimnis: Man „liebt“ zwar den knusprigen Braten, das Bier, den Kaffee – aber selten spricht man von der großen Liebe. Das bleibt oft unausgesprochen, fast scheu. Dabei ist es gerade diese Zurückhaltung, die so berührt. Die Zuneigung zeigt sich im Beilächeln, im „Na, mia san ja scho a komisch’s Gschöpf“ oder im stillen Mitnehmen eines Mehlspeis für die Nachbarin.

Die Wienerin, die spöttelt, dass heutzutage alles „geliebt“ wird, hat nicht ganz unrecht. Doch vielleicht ist es gerade diese leichte Ironie, die echte Wärme schützt. Denn wo viel gesagt wird, bleibt oft wenig übrig. Wo aber ein „Du bist mia“ leise fällt – da weiß man: Es ist mehr als Blödsinn. Es ist Herz.

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