Kreuzfahrtschiffe – Urlaub auf Kosten der Umwelt?
Was nach Luxus und Entspannung klingt, hat eine dunkle Kehrseite: Kreuzfahrtschiffe verursachen immense Umweltauswirkungen. Viele Schiffe laufen noch immer mit Schweröl – einem besonders schmutzigen Treibstoff. Bei dessen Verbrennung entstehen täglich bis zu fünf Tonnen Schwefeldioxid pro Schiff. Dieses Gas trägt maßgeblich zur Entstehung von saurem Regen bei, der Wälder, Seen und Böden schädigt.
Die CO2-Bilanz ist ebenso alarmierend. Wer eine Woche auf einem Kreuzfahrtschiff verbringt, verursacht etwa so viel CO2 wie bei einer Autofahrt über 9.000 Kilometer. Das entspricht mehreren Fahrten von München nach Berlin und zurück – nur für eine Person. Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage: Ist der Traum vom Seereisen noch zeitgemäß?
Problem Nummer eins ist der Treibstoff, doch auch Abwässer, Müll und der Lärm unter Wasser belasten empfindliche Meeresregionen. Besonders in geschlossenen Gewässern wie der Adria oder der Nordsee führt der Kreuzfahrtboom zu wachsendem Protest vor Ort. Städte wie Venedig kämpfen mit den Folgen des Massentourismus – von überfüllten Plätzen bis zu beschädigten Gebäuden. Zwar setzen einige Reedereien langsam auf sauberere Technologien wie LNG (Flüssiggas) oder schließen sogar Hybridantriebe nicht aus, doch das sind bisher eher Ausnahmen. Die meisten Schiffe bleiben riesige Umweltverschmutzer. Wer heute verantwortungsvoll reisen möchte, sollte daher genau hinsehen – nicht nur, wohin, sondern auch wie er reist.
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