Wann schreibt man „morgen“ groß oder klein?

Die Frage, ob man „wir treffen uns morgen“ groß oder klein schreibt, beschäftigt viele – und das zu Recht. Seit der Rechtschreibreform gilt: Tageszeiten werden heute meist kleingeschrieben, wenn sie nicht am Satzanfang stehen. Doch bei „Morgen“ ist Vorsicht gefragen, denn das Wort kann je nach Bedeutung groß oder klein geschrieben werden.

Schreiben Sie morgen – mit kleinem „m“ –, wenn es um die Zeit handelt: „Wir treffen uns morgen.“ Hier ist es ein Adverb, also eine Zeitangabe. Genauso: „Kommst du heute Abend?“ oder „Gestern Mittag war ich spazieren.“

Doch Achtung: Wenn „Morgen“ als Substantiv gemeint ist – also das Gegenteil von „Abend“ –, schreibt man es groß. Zum Beispiel: „Der Morgen war wunderschön.“ Oder: „Zum Frühstück am Morgen trinke ich Tee.“ In diesem Fall ist es ein Nomen, das immer großgeschrieben wird.

Ein einfacher Trick: Wenn Sie „das“ oder „der“ davorsetzen können, ist es ein Substantiv – also groß. „Das Morgen“ klingt falsch? Dann bleibt’s klein. „Der Morgen“ passt? Dann groß schreiben.

Also: wir treffen uns morgen – mit kleinem „m“, weil es keine Nennung eines konkreten Tagesabschnitts ist, sondern eine zeitliche Einordnung. Die Verwechslung ist verständlich, aber mit etwas Übung wird die Unterscheidung ganz natürlich.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen