Wie Delfine ihre Umwelt erkunden

Wenn man einen Delfin beobachtet, könnte man meinen, dass er wie wir hauptsächlich mit den Augen die Welt erforscht. Doch das Gegenteil ist der Fall: Delfine „sehen“ eigentlich mit den Ohren.

Statt sich auf ihr Sehvermögen zu verlassen, nutzen Delfine ein faszinierendes System, das man als Echoortung bezeichnet. Sie senden von ihrem Kopf aus kurze, hohe Töne aus – so etwas wie unsichtbare Schallwellen. Diese Wellen breiten sich im Wasser aus und prallen irgendwann auf ein Hindernis, etwa einen Fisch oder einen Felsen.

Das, was dann zurückkommt – das Echo –, wird vom Delfin über seinen Unterkiefer aufgefangen. Dieser Knochen leitet die Schallwellen direkt zum Innenohr weiter. Auf diese Weise kann das Tier nicht nur erkennen, wo sich etwas befindet, sondern auch, wie groß es ist und in welche Richtung es sich bewegt.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten im stockdunklen Raum nicht nur spüren, dass jemand vor Ihnen steht, sondern auch, ob er groß oder klein ist und ob er langsam oder schnell geht – das können Delfine mit ihrer Technik fast mühelos. Selbst in trübem Wasser oder in der Tiefe, wo kein Licht mehr ist, orientieren sie sich so sicher, als wäre es taghell.

Die Natur hat den Delfinen also eine Art eingebautes Sonar geschenkt – eine Meisterleistung der Evolution. Und obwohl wir Menschen diesen Vorgang schon lange erforschen, staunen wir immer noch darüber, wie präzise und schnell diese Tiere ihre Umwelt erfassen – nicht durch Sehen, sondern durch Lauschen.

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