Wie gut können Neugeborene sehen?

Wenn ein Baby zur Welt kommt, ist das Sehen noch lange nicht voll entwickelt. Zu Beginn sehen Säuglinge die Welt sehr verschwommen – ihre Augen können Gegenstände nur ungenau erfassen und langsam verfolgen. Typisch ist der sogenannte „Neugeborenenstar“: Das Kind blickt zwar in Richtung Licht oder Gesichter, doch die Augenbewegungen wirken oft unkoordiniert.

Die ersten Kontraste prägen sich ein

Neugeborene unterscheiden vor allem Helligkeitsunterschiede. Hell und Dunkel stehen im Vordergrund ihrer Wahrnehmung. Deshalb reagieren sie besonders auf starke Kontraste – etwa ein Gesicht vor hellem Hintergrund. Die Welt erscheint ihnen daher zunächst wie ein Bild aus Schwarz, Weiß und Grau. Farben spielen in den ersten Lebenswochen kaum eine Rolle.

Farbige Welt ab dem dritten Monat

Erst im Laufe des zweiten und dritten Lebensmonats beginnen Babys, Farbnuancen wahrzunehmen. Zuerst erkennen sie oft Rot und Blau, später folgen Grün und Gelb. Mit etwa vier bis fünf Monaten kann ein Kind Farben bereits ähnlich gut unterscheiden wie ein Erwachsener. Umso wichtiger ist es, Kleinkinder mit bunten, aber nicht überreizenden Reizen zu umgeben – etwa durch farbenfrohe Spielzeuge oder Bilderbücher mit klaren Konturen.

Das Sehen entwickelt sich also schrittweise – von verschwommenen Konturen hin zu einem immer schärferen und bunteren Bild der Umwelt. Jeder Blickkontakt mit den Eltern stärkt dabei nicht nur die Bindung, sondern fördert auch die visuelle Entwicklung.

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