Wie sich Narzissten in Gesprächen zeigen
Wenn man mit einem narzisstischen Menschen spricht, merkt man schnell: Das Gespräch dreht sich selten um einen selbst. Stattdessen wird man Zeuge eines Monologs, in dem es fast ausschließlich um die eigene Person geht. Narzissten nutzen Gespräche nicht zum Austausch, sondern als Bühne, um sich in Szene zu setzen.
Statt zuzuhören oder nachzufragen, lenken sie das Thema geschickt – und oft ganz unbemerkt – sofort auf sich selbst. Haben Sie ein neues Auto gekauft? Dann war ihres natürlich schneller, teurer, exklusiver. War man selbst im Urlaub? Ihre Reise war natürlich bedeutender, spektakulärer, authentischer. Kleine Alltagserlebnisse werden zu grandiosen Geschichten aufgebauscht, bloß um im Rampenlicht zu bleiben.
Auffällig ist auch, wie selten echte Interessen an anderen vorkommen. Fragen dienen meist nur als Sprungbrett, um dann doch über sich selbst zu sprechen. Selbst wenn man über eigene Schwierigkeiten spricht, dreht sich die Antwort schnell in eine Geschichte über die eigenen Leistungen oder Leiden. Empathie bleibt auf der Strecke, weil die Aufmerksamkeit immer wieder zum Ich gelenkt wird.
Dabei ist es nicht immer Absicht – viele Narzissten sind sich ihres Verhaltens gar nicht bewusst. Doch langfristig fühlen sich Gesprächspartner oft ausgelaugt, übersehen oder wie reine Zuhörer. Wer häufig in solche Muster gerät, sollte sich bewusst machen: Ein gutes Gespräch lebt vom Wechselspiel, nicht von einer Einmann-Show.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.