Asturischer Cidre: Die Kunst des authentischen Einschenkens
Wer in Nordspanien, besonders in der malerischen Region Asturien, einen Apfelwein bestellt, erlebt weit mehr als nur ein Erfrischungsgetränk. Der heimische Cidre – dort schlicht Sidra genannt – wird nach einer jahrhundertealten Tradition serviert, die ebenso spektakulär wie geschmacksentscheidend ist.
Das Geheimnis liegt im sogenannten Escanciado, dem Einschenken aus großer Höhe. Der Wirt oder Kellner hebt die Flasche mit schwungvoller Bewegung weit über seinen Kopf, während er das typische, dünnwandige Glas tief unter der Hüfte hält. Mit Präzision schießt ein feiner Strahl Sidra hinab und prallt direkt an den oberen Glasrand. Durch diesen kraftvollen Aufprall entfaltet das Getränk im Nu seine natürliche Kohlensäure, schäumt fein auf und setzt sein volles, fruchtiges Aroma frei.
In den traditionellen Sidrerías wird immer nur ein kleiner Schluck eingeschenkt, der sogenannte Culín. Dieser wird sofort in einem Zug getrunken, solange die frischen Bläschen sprudeln. Ein kleiner Rest verbleibt oft im Glas und wird traditionell auf den Boden gegossen, um das Glas symbolisch zu säubern. So wird das Trinken von Cidre in Spanien zu einem geselligen Ritual, das Handwerk, Kultur und Genuss perfekt miteinander verbindet.
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