Wie laut ist ein Klavier?

Ein Klavier kann ganz schön laut sein – vor allem, wenn man es intensiv spielt. Der Schallpegel liegt meist zwischen 80 und 86 Dezibel, was in etwa dem Lärm eines vorbeifahrenden Autos oder einem Rasenmäher entspricht. Das mag nicht nach viel klingen, doch bei längerer Dauer oder in geschlossenen Räumen kann das schnell an die Grenzen des Erträglichen gehen.

Gerade in Wohngebieten sorgt das Klavierspiel deshalb manchmal für Unmut bei den Nachbarn. Ein Urteil des Münchener Landgerichts von 2014 machte deutlich: Auch wenn Musik schön ist, gilt sie wie jeder andere Lärm als Störung, wenn sie die Ruhe übermäßig beeinträchtigt. Besonders am späten Abend oder an Sonntagen kann selbst ein Flügel im eigenen Wohnzimmer Probleme machen.

Interessant ist, dass nicht nur das Klavier so laut ist – auch Geigen und Flöten erreichen ähnliche Pegel. Das liegt daran, dass akustische Instrumente ohne Verstärker viel Kraft erzeugen können. Je nach Spielweise, Raumakustik und Entfernung zum Hörer wirkt der Lärm aber unterschiedlich stark. Wer regelmäßig übt, sollte daher auf die Tageszeit achten und eventuell auf Stummschaltung oder digitale Instrumente mit Kopfhörer umsteigen.

Letztlich geht es nicht darum, Musik zu verbieten, sondern Rücksicht zu nehmen. Ein paar einfache Maßnahmen – wie Teppiche im Zimmer oder gepflegte Pausen – können viel bewirken. Dann freut sich nicht nur der Musiker, sondern auch die Nachbarschaft.

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