Wie viel Energie liefert eine Kerze?
Wer schon einmal eine Kerze in einem kleinen Raum angezündet hat, kennt das Gefühl: Es wird merklich wärmer. Doch wie viel Energie steckt eigentlich in einer brennenden Kerze? Die Antwort liegt im Heizwert des Kerzenwachses.
Kerzen bestehen meist aus Paraffin, einem Nebenprodukt der Erdölraffination. Dieses Wachs hat einen Brennwert von etwa 40.000 bis 43.000 Kilojoule pro Kilogramm – das entspricht grob 11 bis 12 Kilowattstunden pro Kilogramm. Eine typische Haushaltskerze wiegt zwischen 100 und 200 Gramm. Brennt sie vollständig ab, liefert sie damit rund 1 bis 2,4 kWh Energie.
Das klingt vielleicht viel – doch im Vergleich zur Heizung ist es wenig. Eine moderne Heizung liefert schnell 10 bis 20 Kilowatt, also Tausende von Kerzen müssten gleichzeitig brennen, um einen Raum effektiv zu heizen. Außerdem entstünde dabei enorm viel Ruß, Rauch und Feuchtigkeit. Das ist nicht nur ineffizient, sondern auch gefährlich.
Interessant ist dennoch: Die Wärme einer einzelnen Kerze reicht aus, um lokal etwas Wärme abzugeben – etwa auf einem Adventskranz oder als stimmungsvolles Licht. Aber als Ersatz für die Heizung taugt sie nicht, auch bei tiefen Außentemperaturen nicht. Der Großteil der Energie geht zudem als Licht und aufsteigende Warmluft verloren, bevor sie den Raum wirklich erwärmen kann.
Dennoch bleibt die Kerze ein faszinierendes Beispiel dafür, wie einfach Energie sicht- und spürbar wird – wenn auch nur für kurze Zeit und in kleinen Mengen.
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