Die faszinierende Welt der Oktopusse
Ein weiblicher Oktopus legt bis zu 200.000 Eier – eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, wie klein viele dieser Tiere sind. Nach der Eiablage widmet sich das Weibchen ganz seiner Brut: Es bewacht die Eier sorgfältig, reinigt sie und sorgt dafür, dass sie stets mit sauerstoffreichem Wasser versorgt werden.
Die Aufzucht ist eine lebenslange Aufgabe – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nach der Eiablage hört das Weibchen auf zu fressen und überlebt meist nur noch so lange, bis die Jungen geschlüpft sind. Einige Arten verzichten sogar komplett auf Nahrung, bis sie schließlich kurz nach dem Schlupf sterben. Ihre einzige Aufgabe: sicherstellen, dass die nächste Generation eine Chance hat.
Besonders beeindruckend ist die Brutzeit eines Tiefseekrakens, die Forscher 2017 beobachteten. Das Weibchen hütete seine Eier viereinhalb Jahre lang – die längste Brutzeit, die bisher bei einem Tier dokumentiert wurde. In dieser Zeit blieb es ununterbrochen an der Seite seiner Jungen, fernab von Licht und menschlichem Zugriff, in der eisigen Stille der Tiefsee.
Wenn die Jungoktopusse dann endlich schlüpfen, sind sie von Anfang an auf sich allein gestellt. Die Mutter ist längst verstorben, und die Kleinen müssen sofort lernen, zu jagen und sich zu verstecken. Nur so überleben sie in der gefährlichen Unterwasserwelt – und vielleicht eines Tages, fortpflanzen.
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