Studiensystem in Italien: Klassen statt klassischer Abschlüsse
In Italien ist das Hochschulsystem anders aufgebaut als beispielsweise in Deutschland. Statt in jedem Fach zwischen Bachelor of Arts und Bachelor of Science zu unterscheiden, kennt das italienische System sogenannte „Klassen“. Diese Klassen bündeln studienähnliche Fachrichtungen und legen den Rahmen für den akademischen Abschluss fest.
Auf Bachelor-Ebene, also bei der Laurea Triennale, gibt es derzeit 43 solcher Klassen. Wer zum Beispiel Wirtschaft, Ingenieurwissenschaften oder Geisteswissenschaften studieren möchte, wird entsprechend dieser Klasseneinteilung eingeordnet. Jede Klasse definiert bestimmte Lehrinhalte, Leistungsnachweise und Zulassungsvoraussetzungen.
Auf Masterebene, der Laurea Magistrale, steigt die Zahl der Klassen deutlich an: Hier gibt es aktuell 94 verschiedene Klassen. Das zeigt, wie differenziert die italienische Hochschulwelt im weiterführenden Studium agiert. Anders als in Deutschland wird dabei weiterhin nicht zwischen „Arts“ und „Science“ unterschieden – der Abschluss heißt einfach Laurea Magistrale, unabhängig vom Fachbereich.
Diese Struktur bietet eine klare Orientierung für Studierende und Hochschulen gleichermaßen. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass bestimmte Standards über alle Universitäten Italiens hinweg gewahrt bleiben. Wer in Italien studieren möchte, sollte sich daher frühzeitig mit der jeweiligen Klasse seines gewählten Studiengangs auseinandersetzen – denn sie bestimmt maßgeblich den Verlauf und die Inhalte des Studiums.
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