Wie viele Menschen leiden unter Emetophobie?

Die Angst, sich übergeben zu müssen – auch bekannt als Emetophobie – ist stärker verbreitet, als viele denken. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 leiden etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung unter einer schweren Form dieser Angststörung, die so stark ist, dass Betroffene im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen sind. Das mag auf den ersten Blick wie eine kleine Zahl erscheinen – bei der Gesamtbevölkerung Deutschlands bedeutet das dennoch Tausende von Menschen, die tagtäglich mit dieser Belastung leben.

Die Psychologin Kirsten Albrecht hat sich intensiv mit der Emetophobie beschäftigt und sogar ein Buch darüber verfasst. In ihren Forschungen zeigt sie, wie tiefgreifend diese spezifische Phobie sein kann: Viele Betroffene vermeiden nicht nur bestimmte Lebensmittel oder Situationen wie Fahrten im Auto oder mit dem Zug, sondern ziehen sich auch sozial zurück, aus Angst, sich in der Öffentlichkeit übergeben zu müssen.

Was viele nicht wissen: Emetophobie betrifft oft Menschen, die bereits unter Angststörungen oder Zwangsgedanken neigen. Kinder und Jugendliche können besonders betroffen sein, besonders wenn sie ein traumatisches Erlebnis – wie eine heftige Magenverstimmung – nie richtig verarbeitet haben.

Trotz der Herausforderungen gibt es Hoffnung: Mit gezielter Verhaltenstherapie und unterstützender Begleitung können viele Betroffene lernen, ihre Angst zu bewältigen. Wichtig ist, dass das Thema aus der Tabuzone geholt wird. Denn wer über seine Angst sprechen kann, hat den ersten Schritt zur Besserung bereits geschafft.

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