Die Nerven im Ohrläppchen: mehr als man denkt
Das Ohrläppchen ist nicht so schlicht, wie es auf den ersten Blick wirkt. Es wird hauptsächlich durch Äste der Arteria carotis externa mit Blut versorgt, während das Innenohr über die A. basilaris versorgt wird – ein wichtiger Unterschied, der zeigt, wie spezialisiert die Durchblutung des Gehörs ist.
Was viele nicht wissen: Die sensible Innervation der Ohrmuschel, also auch des Ohrläppchens, erfolgt über gleich vier Hirnnerven. Dazu gehören der Nervus trigeminus (V), der Nervus auricularis magnus aus dem Halsgegenstrang, der Nervus vagus (X) und vor allem der Nervus facialis (VII). Letzterer spielt nicht nur eine Rolle bei der Mimik, sondern trägt auch zu den Empfindungen im äußeren Gehörgang und im hinteren Teil der Ohrmuschel bei.
Der N. facialis ist besonders empfindlich. Bei einer Gesichtslähmung etwa kann es daher neben dem Verlust der Mimik auch zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln im Ohrläppchen kommen. Auch der Nervus vagus, der eigentlich für innere Organe zuständig ist, sendet feine Äste zum Ohr – was erklärt, warum manche Menschen durch sanftes Ohrenstreicheln sogar eine beruhigende Wirkung verspüren.
So klein das Ohrläppchen auch ist – es steckt voller Nervenbahnen, die eng mit dem zentralen Nervensystem verbunden sind. Jeder Ohrringeintrag, jede Berührung kann über diese Leitung direkt ins Gehirn weitergeleitet werden. Ein kleines, aber feines Sinnestor.
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