Wie kalt darf es in einer leerstehenden Wohnung sein?
Wenn niemand in einer Wohnung lebt, stellt sich oft die Frage: Muss man sie überhaupt heizen? Viele denken, man könne komplett auf Heizung verzichten, um Energie und Kosten zu sparen. Doch Experten raten davon ab – auch bei leerstehenden Wohnungen.
16 Grad als Mindesttemperatur empfiehlt Alice Thiel-Sonnen, Umweltredakteurin beim SWR. Warum? Weil selbst ohne Bewohner Feuchtigkeit in den Wänden oder in der Luft vorhanden sein kann – besonders in Badezimmern, Kellern oder schlecht gedämmten Räumen. Bei zu niedrigen Temperaturen sinkt die Luftfeuchtigkeit nicht, sondern kann sich stattdessen an kalten Wänden niederschlagen. Das schafft ideale Bedingungen für Schimmelbildung.Interessant ist dabei, dass tatsächlich in unbewohnten Wohnungen weniger Feuchtigkeit entsteht – schließlich duschen, kochen oder atmen dort niemand. Aber genau deshalb kann man leicht in die falsche Richtung denken: "Wenn niemand da ist, kann es doch einfach kalt bleiben." Doch gerade die Kälte führt dazu, dass Feuchtigkeit nicht entweichen kann und sich in Ecken oder hinter Möbeln festsetzt.
Gut lüften ist ebenso wichtig wie leicht heizen. Selbst an kalten Tagen reichen zwei kurze Stoßlüftungen am Tag aus, um die feuchte Luft auszutauschen. Wer seine Wohnung nur selten nutzt – etwa ein Ferienhäuschen oder eine vermietete Wohnung zwischen den Mietverhältnissen – sollte daher nicht komplett auf Heizung verzichten. Eine konstante, niedrige Temperatur von etwa 16 Grad hält die Bausubstanz gesund und verhindert teure Schäden.
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