Reichweite von Langstreckenraketen

Interkontinentalraketen gehören zu den leistungsfähigsten Waffensystemen der modernen Militärtechnologie. Mit einer ballistischen Flugbahn – das heißt, sie steigen zunächst steil in die Atmosphäre, durchqueren den Weltraum und stürzen dann auf ihr Ziel zu – können sie enorme Distanzen überwinden.

Bis zu 13.000 Kilometer Reichweite sind bei modernen Systemen üblich. Das bedeutet, dass eine Rakete von einem Kontinent aus gestartet werden kann und Ziele auf einem anderen Kontinent mit hoher Präzision erreicht. Diese Reichweite reicht beispielsweise aus, um von Russland aus weite Teile Nordamerikas zu erreichen – oder umgekehrt.

Solche Raketen, auch als Interkontinentalraketen (Intercontinental Ballistic Missiles, ICBM) bekannt, tragen meist nukleare Sprengköpfe und bilden einen zentralen Bestandteil der nuklearen Abschreckung großer Militärmächte. Ihre Flugdauer beträgt je nach Entfernung zwischen 20 und 30 Minuten, wobei der größten Teil der Strecke im Vakuum des Weltraums zurückgelegt wird.

Technisch gesehen unterscheidet man zwischen mittleren Reichweiten (etwa 1.000–3.000 km) und echten Langstreckensystemen ab 5.500 km. Ab dieser Marke spricht man von interkontinentaler Reichweite. Die maximale Reichweite von etwa 13.000 km deckt fast jede denkbare Zielposition auf der Erdoberfläche ab – ein erschreckendes, aber zentrales Merkmal der heutigen strategischen Verteidigungsplanung.

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