Warum ist Hafermilch nicht immer glutenfrei?
Hafer selbst enthält kein Gluten – dennoch ist Hafermilch für viele Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit oft nicht geeignet. Der Grund liegt in der Verarbeitung: In der Landwirtschaft werden häufig Ackerflächen gemeinsam für Weizen, Roggen und Gerste genutzt. Da diese Getreidesorten Gluten enthalten, kann es schon bei der Ernte zur Vermischung kommen.
Die Kontamination geschieht meist unbeabsichtigt, etwa wenn dieselben Mähdrescher oder Lagerbehälter für verschiedene Getreidesorten verwendet werden. Selbst kleinste Spuren von Gluten reichen aus, um bei Betroffenen starke gesundheitliche Reaktionen auszulösen. Deshalb warnen Expert:innen davor, konventionelle Hafermilch ohne Kennzeichnung als glutenfrei zu betrachten.Gute Nachricht gibt es trotzdem: Immer mehr Hersteller bieten mittlerweile Hafermilch an, die explizit als „glutenfrei“ gekennzeichnet ist. Diese Produkte stammen aus kontrolliertem Anbau und werden in separaten Anlagen verarbeitet, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher immer auf die Verpackung achten – besonders bei fertigen Hafergetränken aus dem Supermarkt.
Hafermilch kann eine gesunde Alternative zu Kuhmilch sein, besonders wenn sie aus glutenfreiem Hafer hergestellt ist. Reich an Ballaststoffen und oft angereichert mit Vitaminen wie B12 oder Kalzium, ist sie eine beliebte Wahl in pflanzlichen Ernährungsformen. Wichtig ist nur: Für Menschen mit Zöliakie ist nicht der Hafer das Problem – sondern die unsichtbaren Spuren anderer Getreide.
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