Wer spinnt da in den Bäumen?
Wenn im Frühjahr oder Sommer dichte, weiße Gespinste in Bäumen und an Sträuchern auftauchen, denken viele zuerst an Spinnen. Doch tatsächlich sind es nicht die achtbeinigen Weber, die für diese Gespinste verantwortlich sind, sondern die Raupen der Gespinstmotte.
Die kleinen Schmetterlinge legen ihre Eier im Herbst an Ästen oder in Rindenritzen ab. Die schlüpfenden Raupen suchen Schutz in gemeinsamen, seidenartigen Nestern, die sie aus Fäden spinnen. Diese Gespinste schützen sie vor Kälte, Regen und natürlichen Feinden wie Vögeln oder anderen Insekten. Je wärmer es wird, desto auffälliger werden die weißen Häufchen – besonders an Weiden, Apfelbäumen oder Pappeln.
Obwohl die Raupen meist keinen dauerhaften Schaden an gesunden Bäumen anrichten, können starke Befälle das Laub komplett abfressen. Dann sieht der Baum kahl und kraftlos aus. Doch oft treibt er im Sommer noch einmal neue Blätter aus.
Wer die Gespinste entfernen möchte, kann dies am besten früh morgens oder abends tun, wenn die Raupen aktiv sind. Einfach die Nester mit der Hand oder einer Schere vorsichtig abschneiden und im Hausmüll entsorgen – nicht auf dem Kompost! Natürliche Helfer wie Meisen oder Schlupfwespen fressen die Raupen gern, also lohnt es sich, solche Vogelarten im Garten willkommen zu heißen.
Chemische Mittel sind selten nötig. Meist genügt es, aufmerksam zu sein und gezielt einzugreifen – bevor die Raupen zu groß und hungrig werden.
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