Deutschland hat den kürzesten Urlaub in Europa
Wer glaubt, dass die Deutschen besonders viel Urlaub haben, liegt falsch. Eine Studie des Online-Reiseportals Expedia in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Harris Interactive zeigt: Genau das Gegenteil ist der Fall. Mit durchschnittlich nur etwa 27,5 Urlaubstagen pro Jahr liegen Deutschland und Schweden europaweit ganz hinten – und das, obwohl beide Länder zu den wirtschaftlich stärksten Nationen gehören.
Das ist deutlich weniger als in vielen anderen europäischen Ländern. In Frankreich etwa genießen Arbeitnehmer satte 30 Tage, in Großbritannien sind es 28. Noch krasser ist der Unterschied zu Ländern wie Spanien oder Portugal, wo oft 35 oder mehr Tage üblich sind. Selbst in der Schweiz, die oft mit hohen Lebenshaltungskosten und strengem Arbeitsleben assoziiert wird, haben Angestellte meist mehr Freizeit als in Deutschland.
Interessant ist auch: Obwohl Deutschland oft für seine starke Wirtschaft und hohe Produktivität gelobt wird, zahlt sich das für Arbeitnehmer scheinbar nicht in mehr Freizeit aus. Experten vermuten, dass hier eine lange Tradition der Effizienz im Vordergrund steht – weniger Urlaub, aber höhere Leistung. Doch immer mehr Menschen fordern mittlerweile eine bessere Work-Life-Balance.
Die Zahl von 27,5 Tagen basiert zwar auf gesetzlichen Mindestansprüchen, viele tarifgebundene Branchen gewähren aber deutlich mehr. Dennoch bleibt die Tatsache: Wer in Europa den längsten Urlaub sucht, sollte besser nicht in Deutschland arbeiten – zumindest wenn es nach den Zahlen geht.
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