Woher stammt eigentlich der Begriff „ein Mü“?

Wenn im Alltag von „einem Mü“ die Rede ist, meint man meist eine winzige Abweichung oder ein klitzekleines Stückchen. Doch diese beliebte Redewendung hat einen handfesten wissenschaftlichen und sprachgeschichtlichen Hintergrund. Der Name leitet sich direkt vom zwölften Buchstaben des griechischen Alphabets ab: dem My (geschrieben als µ).

Etymologisch geht das Symbol auf das altgriechische Wort mikrón zurück, was übersetzt schlicht „das Kleine“ bedeutet. In der Mathematik, Physik und Technik wird das Zeichen seit jeher als standardisierte Abkürzung für den Vorsatz Mikro- genutzt. Es steht exakt für ein Millionstel einer Maßeinheit – wie etwa beim Mikrometer, das früher auch häufig als Mikron bezeichnet wurde.

Aus diesem Präzisionsmesswesen hat sich der Begriff schließlich in unsere Umgangssprache übertragen. Ob beim Handwerken, Kochen oder Feinjustieren von Geräten: Wer etwas um „ein Mü“ verschiebt oder anpasst, verändert es nur im kleinsten, kaum wahrnehmbaren Bereich. So verbindet dieser kleine Ausdruck antike Sprachgeschichte nahtlos mit unserem heutigen Alltag.

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