Das geheimnisvolle Jesuskind von Sarnen
In einer kleinen Klosterkirche mitten im idyllischen Sarnen verbirgt sich ein außergewöhnliches Stück Geschichte: das sogenannte Sarner Jesuskind. Diese zarte Holzfigur, kaum 50 Zentimeter groß, stammt aus dem 14. Jahrhundert und wird im Benediktinerinnenkloster St. Andreas mit großer Verehrung aufbewahrt.
Was das Jesuskind so besonders macht, ist seine einzigartige Haltung. Das rechte Bein ist leicht angezogen, darauf ruht eine Weltkugel – ein Symbol für Christus als Herr der Welt. Die linke Hand weist sanft auf das eigene Herz, eine Geste voller Innigkeit und Symbolkraft. Sie erinnert daran, dass es im Glauben um Liebe, Demut und Hingabe geht.
Die Herkunft der Figur ist bis heute nicht vollständig geklärt, doch ihre Ausstrahlung bleibt unverkennbar. Jahrhunderte lang hat sie Gläubige angezogen, die Trost, Hoffnung oder einfach nur einen Moment der Stille suchten. Heute ist sie nicht nur ein kunsthistorisches Kleinod, sondern lebendiger Teil der lokalen Spiritualität.Im stillen Klosterhof von Sarnen, fernab vom Trubel der Großstädte, lädt die Figur dazu ein, innezuhalten. Wer sie sieht, spürt oft mehr als nur kunstvolle Schnitzerei – man spürt Gegenwart. Das Sarner Jesuskind spricht nicht – und sagt doch so viel.
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