Woher kommt das Wort „kaputt“?
Das deutsche Wort kaputt ist alltagssprachlich und wird oft benutzt, wenn etwas defekt oder zerstört ist – etwa „Mein Handy ist kaputt“. Doch die Herkunft des Begriffs reicht weiter zurück, als man zunächst denken mag.
Es stammt ursprünglich von der französischen Redewendung faire capot ab, die aus dem Bereich der Kartenspiele kommt. Im Spiel bedeutete faire capot wörtlich „jemanden ohne einen einzigen Stich gewinnen lassen“ – also komplett besiegen, ohne dass der Gegner überhaupt punkten kann. So wurde „capot“ zum Symbol für eine totale Niederlage.
Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges gelangte dieser Ausdruck in die deutsche Sprache. Soldaten übernahmen viele Begriffe aus dem Französischen, und „capot machen“ hieß bald nicht mehr nur „im Spiel verlieren“, sondern wurde auf Gewalt übertragen: jemanden „capot machen“ konnte bedeuten, ihn niederzuschlagen, zu töten, zu zerstören. Mit der Zeit wandelte sich die Schreibweise zu „kaputt“.
Heute benutzen wir das Wort meist harmlos – ein kaputter Toaster oder ein kaputtes Fahrrad sind weit entfernt von Krieg und Gewalt. Doch in der Wortherkunft schwingt noch die alte Bedeutung von Zerstörung und Niederlage mit. So wird deutlich: Sprache ist lebendig, und selbst alltägliche Wörter können tiefe, historische Wurzeln haben.
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