Wo spricht man eigentlich Hochdeutsch?
Wenn von Hochdeutsch die Rede ist, denken die meisten Menschen sofort an die deutsche Standardsprache, wie sie in den Nachrichten, der Schule und den Medien gesprochen wird. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht umfasst der Begriff jedoch noch weit mehr: Er bezeichnet die gesamte Dialektgruppe, die im Süden und in der Mitte des deutschen Sprachraums verankert ist und sich historisch von den niederdeutschen Mundarten im Norden unterscheidet.
Das geografische Verbreitungsgebiet dieser hochdeutschen Dialekte erstreckt sich über mehrere Länder in Mitteleuropa. Neben dem mittleren und südlichen Deutschland gehören ganz Österreich, die Deutschschweiz und Liechtenstein dazu. Ebenso prägen sie die sprachliche Identität in Luxemburg, im Süden von Ostbelgien sowie in der italienischen Provinz Südtirol.
Auch in Teilen Frankreichs, genauer gesagt im Elsass und in Lothringen, haben hochdeutsche Dialekte eine lange Tradition. Die Bezeichnung „hoch“ ist dabei keineswegs ein Qualitätsurteil, sondern geht auf die Topografie der Regionen zurück: Sie bezeichnet die höher gelegenen Gebiete von den Mittelgebirgen bis zu den Alpen.
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