Das Gelassenheitsgebet – Ein Text voller Trost

„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, beides zu unterscheiden.“ Diese Worte des Gelassenheitsgebets von Reinhold Niebuhr berühren Menschen bis heute – nicht nur in Kirchen, sondern auch in Selbsthilfegruppen und auf dem Weg zur inneren Balance.

Obwohl das Gebet kein biblischer Text im engeren Sinne ist, wird es oft in Gottesdiensten und Andachten verwendet. Es passt besonders gut zu Bibelstellen wie Matthäus 6,19–34, wo Jesus auffordert, sich nicht um Morgen zu sorgen, und 1. Mose 22,1–19, der Bericht von Abrahams Vertrauen in Gottes Fügung. Beide Texte sprechen von Loslassen, Vertrauen und der Kraft des Glaubens – Themen, die auch im Gelassenheitsgebet mitschwingen.

Die Kraft dieses Gebets liegt in seiner Einfachheit. Es fordert nicht zur Überwindung aller Lebensumstände auf, sondern zur Klarheit: Was liegt in meiner Hand? Was nicht? Es ermutigt zur Achtsamkeit im Alltag und zur Besinnung auf das Wesentliche. In Zeiten von Unsicherheit, Sorge oder Entscheidungshoffen bietet es Halt – wie ein stilles Gespräch mit Gott.

In vielen Gemeinden wird es gemeinsam gesprochen, oft ergänzt durch Lieder wie „Ins Wasser fällt ein Stein“ (GL 603), „Wo ein Mensch“ (GL 604) oder „Vertrauen wagen“ (GL 607). Diese Lieder vertiefen die Botschaft: Es ist erlaubt, nicht alles allein tragen zu müssen.

Der Theologe Reinhold Niebuhr formulierte das Gebet im 20. Jahrhundert – doch seine Wirkung ist zeitlos. Es erinnert daran, dass Gelassenheit keine Schwäche ist, sondern ein Ausdruck von Stärke und Vertrauen.

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