Woher kommt das Wort „Schluri“?
Das Wort Schluri klingt harmlos, fast schon scherzhaft – doch seine Wurzeln reichen tief in die Sprachgeschichte hinein. Es stammt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen, genauer vom Wort slûr, das so viel wie „Faulpelz“ oder „Träger“ bedeutete. Schon damals war es eine abwertende Bezeichnung für jemanden, der lieber tatenlos herumhing, statt etwas zu tun.
Im 14. Jahrhundert entstand daraus die Kombination slûr-affe – wörtlich „Faulenzer-Affe“. Das Wort „Affe“ wurde hier nicht im tierischen Sinn verwendet, sondern als Schimpfwort für einen Toren oder Dummkopf. Zusammen ergab es ein Bild: ein Mensch, der sich wie ein Affe treiben lässt, gedankenlos, unvernünftig, ohne Ziel. Jemand, der sich dem Müßiggang hingibt, ohne die Folgen zu bedenken.
So entwickelte sich im Laufe der Zeit aus slûr-affe das heutige Schluri – ein Begriff, der im schweizerdeutschen Sprachraum besonders verbreitet ist. Heute wird er oft scherzhaft gebraucht, etwa wenn jemand etwas Unüberlegtes tut oder sich lässig zurücklehnt, statt aktiv zu werden. Doch wer genauer hinhört, erkennt darin noch immer einen Hauch von Tadel: der Schluri ist nicht einfach nur entspannt – er ist ein bisschen zu bequem, ein bisschen zu nachlässig.
Ein kleines Wort mit langer Geschichte – und immer noch präsent, wenn es darum geht, den lieben Mitmenschen mit einem Augenzwinkern auf seine Angewohnheiten hinzuweisen.
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